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Dieses Thema hat 5 Antworten
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 Allgemein
Rembrandt Offline

Administrator


Beiträge: 108

10.03.2005 08:16
Was versteht ihr unter Wahnsinn??? Antworten

Hier die Möglichkeit für euch, eure Meinung zu verkünden. Was ist Wahnsinn, wie stellt man ihn dar, wie geht man damit um, weiß man selbst davon?

Viel Spaß beim posten ...


Immanis Offline

Neonat


Beiträge: 147

10.03.2005 08:21
#2 Ist das Wahnsinn ?!? Antworten

„Wahnsinn, Wahnsinn, jeder nennt es Wahnsinn und weiß nicht, wovon er redet. Wir sind nicht wahnsinnig, wir wissen nur mehr. Manche von uns hören Malkav, er erzählt uns, was sich um uns herum ereignet und ich sage dir etwas, diejenigen, die seinen Worten folgen sind auf dem richtigen Weg. Auch ich habe ihn schon gehört. Es ist meistens nicht leicht zu verstehen, was er von einem will, die Pläne, die er verfolgt sind verworren, aber jene, die seine Pläne erahnen, sehen den großen Sinn, das Netz, das nach und nach fester um die anderen gezogen wird. Wenn du ganz leise bist und ein wenig auf den Wind oder das Geräusch der Motoren hörst, dann kannst du es vielleicht auch hören. Manche von uns sehen auch Dinge, die nur durch den Willen Malkavs einen Sinn ergeben. Es ist wahrscheinlich besser, dass ihr all das nicht wisst. Es gehört viel dazu, damit fertig zu werden und nicht komplett durchzu… zu ….was hast du gesagt? Das alles hätte etwas mit dem Tod meiner Familie zu tun?“
Erst jetzt tritt Manfred einen Schritt aus dem Schatten auf den Sterblichen zu, der immer noch reglos auf dem Bett in der geschlossenen Anstalt sitzt. Das Gesicht des Vampirs lässt einen Anflug von Aggression erahnen, das des Sterblichen ist eher von Furcht gekennzeichnet.
„Was soll das alles mit meiner Familie zu tun habe? Malkav ist mein Vater und seine Kinder sind meine Brüder und Schwestern. Ich bin schon lange nicht mehr so ein Haufen ekelhaftes, stinkendes Fleisch, so wie du es bist.“
„Aber …aber ich habe doch gar nichts gesagt“, entgegnet der Sterblich verwirrt. „Und warum schaust du mich so an? Ich denke wir sind Freunde?“ Die Furcht weicht einer kindlichen Naivität.
Vier Wochen kommt Manfred den Sterblichen nun schon besuchen. Es ist faszinierend einen Menschen zu finden, der so eng mit dem Willen Malkavs verbunden ist. Diese kindliche Unschuld, die der Urahn diesem Jungen mit auf den Weg gegeben hat. Und er schmeckt so gut. Viel besser als die anderen Leute in den umliegenden Zimmern.
Manfred schaut ihm tief in die Augen. Der Spiegel zur Seele! Aber der Junge glaubt wirklich, dass er nichts gesagt hat. Oh, wenn das kein Zeichen der Alten ist!
„Was soll das heißen, du hast nichts gesagt? Du hast doch gerade davon gesprochen, dass meine Mutter der Grund wäre, weswegen ich Stimmen höre! Aber es ist nicht das Werk meiner Mutter, das versuche ich dir doch schon die ganze Zeit klar zu machen. Es ist Malkav, der älteste unseres Clans. Ich habe es dir doch jetzt schon zigmal erzählt. Wir stammen von Kain ab! Kain hat Kinder in die Welt gesetzt, die wiederum Kinder in die Welt gesetzt haben und so weiter.“
Wie in Hypnose nickt der Junge immer wieder, ohne dabei den Blick abzuwenden. Sein Blick wird glasig, er scheint in eine andere Welt zu blicken.
„Siehst du, du weißt doch wovon ich hier re …DU HAST DAS NOCH NIE IN DEINEM LEBEN GEHÖRT? WAS HABE ICH DANN IN DEN LETZTEN WOCHEN HIER GEMACHT?“ Manfred fährt instinktiv die Fangzähne aus. Was redet der Kleine eigentlich für einen Unsinn? Oder hat er es gar nicht gesagt? Doch, Manfred ist sich ganz sicher. Das muss aus dem dreckigen Maul des Kleinen gekommen sein. Ist er es doch nicht wert?
Wieder schreckt der Sterbliche zusammen, dieses mal deutlich sichtbar. Er zieht die Knie an den Körper, schlingt die Arme um die Unterschenkel und kauert sich zusammen. Er zieht die Decke, die hinter ihm liegt, über seinen zitternden Körper. Das bringt Manfred erst recht zur Weißglut. Er macht drei schnelle Schritte auf ihn zu, als er wie von Geisterhand festgehalten wird. Ausgenommen dem leichten Wimmern unter der Decke stört kein Laut die Stille des Raumes. Trotzdem zuckt Manfred zusammen, als würde er von jemandem sehr streng getadelt. Er zieht plötzlich den Kopf ein, hält sich die Ohren zu und brüllt schließlich: „DAS REICHT, ES HAT NICHTS DAMIT ZU TUN, DASS MEINE MUTTER DEN REST MEINER FAMILIE ERSTOCHEN HAT. ES HAT AUCH NICHTS DAMIT ZU TUN, DASS ICH IHR DABEI HELFEN MUSSTE, DIE LEICHEN ZU VERBRENNEN. ES IST MALKAV, DER MIR HELFEND BEI SEITE STEHT! SONST NICHTS!“
Mit einem Satz, so schnell, dass ihn kein Mensch nachvollziehen kann, springt Manfred zu dem Tisch mit dem Skalpell, nimmt es mit einer geschickten Bewegung auf und sticht dann auf den vor Schreck erstarrten Jungen ein, immer und immer wieder. Als das Laken sich rot zu verfärben beginnt schreckt er zurück. Er lässt die Klinge fallen. PING. Das Klirren des Metalls schallt in Manfreds Ohren wieder. Er blickt auf die blutige Szene. ‚Es ist schon wieder passiert’, denkt er, ‚schon wieder so viel Blut.’ Manfred öffnet die Arterie an seinem Handgelenk, wie schon vier mal zuvor in den letzten Tagen, und gibt seinem Opfer einen guten Schluck seines Blutes, damit dieses die schlimmsten Verletzungen heilen kann. Das hat der Kleine sehr schnell gelernt, vielleicht erweist er sich doch noch als würdig!
Der Vampir wäscht sich die blutbeschmierten Hände im Waschbecken, säubert es aufmerksam, zieht sich ein Paar Gummihandschuhe an und beginnt die Blutung der ersten Wunden schnellstmöglich zu stoppen. Er sucht den Blickkontakt mit dem Jungen und flüstert: „Vergiss, was hier passiert ist! Wir haben uns über deine Geisteskrankheit unterhalten, als du nach dem Skalpell in meiner Tasche gegriffen hast, mich gestochen hast und dann angefangen hast, dich selbst zu durchbohren.“ Der Junge beginnt wieder mit einem stumpfen Blick zu nicken und murmelt dann “…habe mich selbst gestochen, immer wieder…!“
Manfred drückt den Notfallknopf an der Wand woraufhin zwei Pfleger in das Zimmer gestürmt kommen. Sie kennen dieses Bild, es sieht aus, wie die dreimal davor. Dr. Schmitz blutbeschmiert, der Junge blutüberströmt. Dieses Mal ist es nicht der Kopf der blutet, dieses Mal ist es der Oberkörper.
Manfred erhebt sich, schüttelt resignierend den Kopf. „Er lernt es einfach nicht. Immer wieder verletzt er sich selbst und andere, wenn man mit ihm über den Vorfall mit seiner Mutter spricht. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Meine Herren, tun sie ihr bestes, ich muss meine eigene Wunde versorgen. Wir sehen uns morgen Abend wieder…!“

Ulrike ( Gast )
Beiträge:

14.03.2005 13:59
#3 RE:Was versteht ihr unter Wahnsinn??? Antworten

Gedanken zum Tage
Frau Arres kommt nach einem Telefongespräch mit mir zu unserer Zuflucht, um uns eine Nachricht vom Pink Panther auszurichten; aber der wurde doch vor geraumer Zeit abgesetzt oder irre ich mich jetzt? Herrn Berlitz auf die Liste der zu erledigenden Kainiten setzen- so. Aha. Frau Arres meint, dass der Rosenkavalier in Paris bleibt, um Gastronomie zu studieren. Soso. Doch Seneschall. Meinen Glückwunsch. Tschüss Frau Arres. Herrn Fury auf die Liste der zu erledigenden Kainiten setzen. Ich wünschte mir ginge dieses Lied aus dem Kopf. Seltsame Melodie. Huch. Stromausfall. Sicherung raus? Den Elektroinstallateur auf die Liste der zu erledigenden Menschen setzen. Du meine Güte! Wer bricht denn da die Türe ein? Wie unhöflich. überall Schatten. Ich darf nicht vergessen die Spione in der Stadt zu konsultieren. Jetzt schlägt auch noch einer nach mir! Diese Schatten sind wirklich dicht und zäh. Erst mal raus hier. Laura und Frank bleiben drin. Da kommen zwei Kainiten des Weges- ein Kerl mit einem Kampfstab und eine Frau. Angriff. Dum- di- dum… woher kenne ich dieses Lied? Treffer. Der Kerl und die Frau krümmen sich aber die Alte guckt so komisch. Auf sichere Distanz gehen. Die Hecken müssen dringend geschnitten werden. Den Gärtner auf die Liste setzen. Jetzt halten mich auch noch Schatten fest. Tz tz tz. Und da ist die Frau wieder. Da haste noch eins. Zack! Wieso kann ich mich nicht mehr bewegen? Die hat doch nur ein Wort zu mir gesagt. Moment! Das ist gar keine Frau! Das ist auch ein Kerl. Frank und Laura toben drinnen herum. Ich kann mir noch nicht mal das Blut von den Pfoten lecken. Pfoten!? Wieso hab ich denn Pfoten? Aargh! Ach so, ja. Deshalb. Die Tremere auf die Liste der zu erledigenden Kainiten setzen. Hoffentlich hab ich die Plätzchen aus dem Ofen genommen, sonst brennt uns gleich noch die Bude ab. Ich kann mich wirklich nicht bewegen! Der Strom ist ausgefallen, da brauch ich mir um die Kekse keine Sorgen zu machen. Komisches Lied. Den Elektriker wieder von der Liste entfernen. Ah, da kommt Frank mit einem Schwert aus dem Haus und drischt einen Kerl nieder. Autsch. Das hat sicher wehgetan. Mmmmh, jetzt greift Frank mich an. Mal überlegen, schulde ich ihm noch Geld? AU! Wenigstens kann ich mich jetzt wieder bewegen. Jetzt weiss ich es. Das Fliegerlied von Extrabreit. Ich warte mal bis Frank sich beruhigt hat. Laura geht’s auch gut. Frank hat Innereien an den Wänden verteilt. Wie der ist jetzt vom Clan Lasombra? Hab ich was verpasst? Ich ruf mal Berlitz an. Jetzt gleich Versammlung? Ist gut. Berlitz wieder von der Liste runter nehmen. Frau Stone drauf setzen. Fein, die Kekse sind fertig. Uäh! Notiz an mich selber- iss das nie wieder.
Paul Quisatz- Gedanken zum Tage (Clan Malkav)

Rembrandt Offline

Administrator


Beiträge: 108

30.03.2005 14:40
#4 Beitrag der Domäne Kufstein Antworten

Wie man einen Malkavianer richtig spielen sollte...

Er ist vielleicht einer der missverstandensten Clans überhaupt, obwohl sein Potential eine Größe besitzt, mit der nur wenige andere mithalten können. Dennoch hassen die meisten Spielleiter und Spieler ihn, etwas, das ich ihnen nicht einmal verübeln kann.

Denn der Weg, wie Malkavianer bisher in der WoD und unzähligen Runden porträtiert wurden, ist mörderisch schlecht! (Dabei nehme ich mich selbst nicht aus!!! Ich habe seit dem erscheinen des Clanbook Malkavian bis jetzt gebraucht, um endlich zu kapieren, wie man das Konzept eines Malkavianers ideal umsetzt!)

Nun, was sind eigentlich die Hauptprobleme mit Malkavianern?

Entweder sind sie einfach zu süß und schnuckelig (uns allen kommt das Bild von dem Teddybärhausschuh tragenden, vor sich in Babysprache hinstammelnden 45 jährigen Teletubby in die Gedanken), oder ihr Wahnsinn wird mit einer Hingabe ausgespielt, die nach kurzer Zeit extrem auf die Nerven geht. Es gibt unzählige Beispiele des "Cute Babe in the Woods", "Little Neigbourhood Psycho" oder "Raving Lunatic". All diese Konzepte - um nicht zu sagen, "Karikaturen eines Irren" - verhindern jedoch drei Dinge, die eigentlich extrem wichtig wären und die jeden wahnsinnigen Schurken der guten Literatur- und Filmgeschichte und auch mehrere Persönlichkeiten der realen Welt, die definitiv einen Geistesschaden hatten, so verdammt erschreckend machen:

1. Geistesstörungen sind nicht komisch

2. Eine Geisteskrankheit ist vielleicht das beängstigendste, was sich die menschliche Psyche ausmalen kann

3. Geistig Kranke sind oft sehr intelligent und subtil

So viel zu den Problemen, die ich sehe (und die ich alle am eigenen Leib gesehen oder verursacht habe). Wie kann man das ganze nun ändern?

Beschäftigen wir uns doch zuerst einmal mit der Clanschwäche der Malkavianer:

Ein paar Fakten über Psychosen und Geisteskrankheiten:

Psychosen entstehen nicht aus dem nichts, und ein Geisteskranker akzeptiert niemals wirklich, dass er geistesgestört ist - wenn er es überhaupt weiß!

Heftige Worte, die aber durchaus Sinn haben. Betreiben wir deshalb etwas Grundlagenforschung, die dazu dient, das Konzept eines Geisteskranken einigermaßen gut darzustellen.

Wie enstehen Geistesstörungen überhaupt?

Die menschliche Psyche ist tagtäglich enormen Belastungen ausgesetzt, die sie manchmal mehr und manchmal weniger stark beschädigen und am Arbeiten hindern. Das Gehirn hat für solche Vorfälle bestimmte Gegenmaßnahmen, um so gut wie möglich weiter zu funktionieren. Es entwickelt bestimmte "Überbrückungsmaßnahmen", die im Grunde folgendes bewirken: Das Gehirn ist in seiner Arbeit eingeschränkt, es ist aber noch fähig zu arbeiten. Eine Geistesstörung ist also im Grunde nichts anderes, als eine Schutzmethode des Gehirns, wenn die Psyche eine Belastung erlebt hat, die sie eigentlich nicht überstehen würde. (Ein sehr gutes Beispiel hierfür kann man in Terry Gilliams "König der Fischer" sehen). Die Stärke und die Art der "Schutzmethoden", die die Psyche entwickelt, ist vom Vorfall und dem Charakter der betreffenden Person abhängig. Einige Beispiele hierfür sind in den Charakterkonzepten aufgeführt.

Eine weitere wichtige Tatsache ist, daß Geistesstörungen nicht ständig auftreten. Das Gehirn und die Psyche funktionieren ja im Grunde genommen immer noch normal weiter - außer eine Situation (alles nur erdenkliche: Farben, Geräusche, Personen, Plätze, Vorfälle....) tritt auf, die vom Gehirn, aus welchen Gründen auch immer, mit dem Vorfall, der die Psychose verursachte, assoziiert werden. Erst dann wird der Schutzmechanismus, also die Geistesstörung, "aktiviert".

Hierzu vielleicht ein Beispiel zu dem bisher geschriebenen:

John Smith ist in einen schrecklichen Autounfall mit Todesfolgen verwickelt. Noch Stunden nach dem Unfall kann er sich an die Schreie der Unfallopfer, die einen langsamen Tod starben, und an den grausam lauten Knall des Aufpralls erinnern. Tief in seinem Inneren entsteht eine Assoziation zwischen dem Knall und dem Unfall. John ist im Grunde ein normaler Bürger wie alle anderen auch - nur immer wenn er einen lauten Knall hört, beginnen sich die lang verstummten Schreie der toten Unfallopfer wieder in seinem Kopf zu erheben - so laut, dass er nur noch sie und nichts anderes mehr hören kann....

Als letzter Punkt sei noch angemerkt, dass kein Geisteskranker sich seiner Geistesstörung bewusst ist! Und selbst wenn er es sich wäre, wüsste er nicht warum! Er sieht sich nicht als wahnsinnig und wird sich auch allen Andeutungen in dieser Hinsicht verschließen. Wäre er sich seiner Geisteskrankheit bewusst, wäre die ganze Schutz- und Abschirmfunktion der Psychose hinfällig. Ein Geisteskranker sieht sich nicht als geisteskrank! Viele reagieren sogar äußerst wütend auf Andeutungen dieser Art!

(Hierzu noch eine Anmerkung seitens eines guten Bekannten, der auf den Namen Christoph Rauch hört:

Viele gute & richtige Infos hier, noch zwei, drei kleine Anmerkungen meinerseits:

- Nicht alle Geistesstörungen müssen - wenigstens im klinischen Sinn - Psychosen sein. Schizophrenie & Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung zum Beispiel (Narzissmus etc.) sind eigenständige Krankheitsbilder.

- Traumatische Einzelerlebnisse sind oft, aber nicht notwendiger immer die Ursache für eine Geistesstörung. Schizophrenie& Depressionen zum Bleistift kann man sich prima selbst züchten ohne dass ein direkt zuordbarer äußerer Einfluss besteht. Außerdem sind Geistesstörungen IRL tatsächlich des öfteren Symptome einer physischen Erkrankung (Hirnschäden aller Art, schiefstehende Hormone & Elektrolyte, Schäden am Erbgut, etc). Letzteres ist aber für Malks weitgehend vernachlässigbar & hat mit dem Sachverhalt 'Wahnsinn durch Malkavs Blut' nix zu tun. O.g. taugt allenfalls als Hintergrund für bestehende Geistesstörungen vor dem Embrace.

- Wenn wir schon dabei sind - Schizophrenie != Multiple Persönlichkeiten!!! Schizophrenie an sich bedeutet zunächst mal nur, daß der Erkrankte die Realität um ihn herum defizitär bzw. komplett falsch wahrnimmt & interpretiert. Kann sich in allem von 'fixen Ideen' bis komplett der Wirklichkeit entrückten Halluzinationen & Wahnvorstellungen äußern. Paranoia und multiple Persönlichkeitsstörungen sind Sonderformen hiervon, erstere ist dabei weitaus häufiger als letztere. ))

Wie reagiert des Geisteskranke selbst auf seine Geistesstörung?

Verunsichert und verängstigt. Wie schon gesagt, er weiß nicht, dass er eine Psychose hat, und warum. Er kann sich vielleicht nicht einmal daran erinnern, was für ein Vorfall sie auslösen hätte können, weil er ihn schon verdrängt hat. Das macht sie so unberechenbar. Sie haben keine Ahnung, wie sie ihre Psychosen kontrollieren können, weil sie nicht wissen, warum und wann sie sie haben - geschweige denn, daß sie sie haben!

Soweit meine kleine Einführung in das Thema Geisteskrankheiten. Weiter im Text:

Entering the Madmen, A Malkavian Players Guide:

Gut, was helfen nun die obigen Erkenntnisse beim Spielen eines Malks - man kann aus aus ihnen immer noch schrecklich nervige und komische Gestalten machen. Noch wichtiger, wie wendet man das oben genannte an und welchen Einfluss könnte es auf einen (und die) Malkavianer haben. Einige Antworten mag dieser Players Guide geben, der in folgendem Stil gehalten ist: Factum (oder Frage), Erläuterung (oder Antwort).

Ein Ende der oben genannten Stereotypen?

Bei genauerer Betrachtung, ja, zumindest für den "Cuty Malk". Wieso sollte ein Malkavianer mit kindlicher Regression ständig im Pyjama durch die Gegend laufen? Er ist 99% der Zeit vollkommen normal, und wenn die Regression zuschlägt, wird er keine Zeit haben, sich umzuziehen. Dem Rest dürfte weiter unten der Gar- aus gemacht werden.

Wie spielt man eine Psychose denn richtig aus (meiner Meinung nach):

Nun, einen Geisteskranken zu spielen heißt, eine enorme Aufgabe zu bewältigen. Man kommt zu leicht in Versuchung, der Geisteskrankheit zu viel Zeit zu opfern, und zu stark auszuspielen. Daher ein paar Vorschlage:

- Malkavianer nur in die Hände von wirklich erfahrenen Spielern geben!

- Beschränkung der Psychosen. Vampire Revised hat dafür unter Geisteskrankheiten ein System entwickelt, in dem der Charakter nur bei bestimmten Fehlwürfen die Geisteskrankheit auslöst. Halte ich ehrlich gesagt für Schwachsinn (nach diesem System müsste ein Größenwahnsinniger Charakter jedes Mal Willenskraft ausgeben um nicht Diablerie zu begehen, wenn er keine Willenskraft ausgibt - was er nie machen würde - Größenwahnsinnige sind sehr subtil! Die anderen Nettigkeiten erspare ich mir hier). Hier mein Vorschlag:

Spieler und Spielleiter setzten sich separat zusammen, um die Geistesstörungen des Malkavianers durchzusprechen. Sie legen Auslöser und Verhaltenweisen gemeinsam fest. Der Spieler überläßt dem SL von nun an die volle Kontrolle über das Auslösen der Geistesstörung. Nur wenn der Spielleiter das "Zeichen" gibt, tritt die Psychose zu Tage. Das dürfte Auswüchse vermeiden.

EIN MALKAVIANER SOLLTE NIEMALS NUR FÜR SEIN DERANGEMENT LEBEN!

Wie schon gesagt: Geisteskranke sind 99% der Zeit normal.

Dummheit:

Ein weitverbreitetes Vorurteil über Geisteskranke ist, dass sie dumm wären - und so werden sie auch häufig dargestellt. Fakt ist, daß Menschen mit Psychosen oft hochintelligent und sensibel sind. Ein schlichter Geist verträgt wesentlich mehr als ein intelligenter. Will heißen: Malkavianer sind nicht dumm! Sie machen keine dummen idiotischen Witzchen vom Niveau eines pubertierenden Jüngling!

Do not prank:

Niemand hat mir bisher erklären können, warum ein Rechtsanwalt, der zum Malkavianer geworden ist, auf einmal zum schlechte Scherze reißenden Ungeheuer werden sollte. Tatsache ist, sie werden es nicht. Psychosen bedeuten in den seltensten Fällen Pranks - und wenn, sollten sie zum Konzept und den Geisteskrankheiten des Malkavianers passen (sehr gute Konzepte für Prankster sind der Joker und der Riddler aus der "Batman animated TV series" - und ihre Scherze sind nicht komisch!). Jede Person will ernst genommen werden! Auch ein Malkavianer! Dumme Streiche zerstören jedes Charakterkonzept!

I AM NOT MAD!:

Wir haben festgestellt, dass Geisteskranke sich nicht für geisteskrank halten. Ein Malkavianer, der sich selbst als wahnsinnig bezeichnet, ist kein Malkavianer! Ein Malkavianer ist 99% normal, sehr normal, ein Vampir wie jeder andere - bis seine Psychose zuschlägt.

Der Clan Malkavian???:

Wahnsinnige sehen sich nicht als wahnsinnig, ergo hält kein Malkavianer sich für einen Malkavianer oder denkt, sein Clan sei nicht geisteskrank oder hält sich für den einzig normalen seinens Clans. Die möglichen Auswirkungen dieser simplen Erkenntnis (die schon in Vampire 2nd. Ed. stand) sind zu finden, wenn man diesem Link folgt.

Nicht alle sind Propheten:

Ich denke sogar, dass die wenigsten Malkavianer Propheten sind. Es scheint sich nämlich schön langsam ein neuer Trend breitzumachen (vielleicht durch die Einführung des WW Signature Charakters Anathole). Auf einmal entdeckt jeder Malkavianer seine prophetische Seite. Dies hier soll nichts weiter sein, als Malkavianer vielseitiger zu machen. Nur weil ein neuer Trend da ist heißt es noch lange nicht, daß er gut ist.

Geisteskranke vs. Psychopaten, oder: Die Wahl der Geistesstörung:

Hier nun eine weitere Trenderscheinung, die auch mein persönlicher Leblingsfehler bei Malkavianern ist. Nicht jeder Malkavianer ist ein Massenmörder a la Hannibal Lecter oder Jack the Ripper. Ein Fakt ist, dass solche Konzepte die Spielmöglichkeiten sogar sehr einschränken! Natürlich, es gibt diese wenigen Fälle, in denen ein Geisteskranker dermaßen von seiner Psychose kontrolliert wird, dass er nichts anderes mehr machen kann! Dennoch:

Extrem psychopatisch veranlagte Malkavianer haben nur sehr kurze Lebenspannen, oder sie sind sehr alt.

DER MALKAVIANER MUß SPIELBAR BLEIBEN, DAMIT ALLE IHREN SPASS HABEN!!!

Bestimme Geisteskrankheiten wirken dem direkt entgegen!

Bevor man beginnt einen Malkavianer zu spielen, sollte man sich deshalb immer mir dem Spielleiter kurz schließen, wie weit man mit ihm gehen, wie psychopatisch veranlagt, und wie unspielbar er sein darf. Denn ich weiß aus eigener Erfahrung eines:

Malkavianer, die nur noch für ihr Derangement leben, oder schon so viele und so heftige haben, daß sie nichts anderes mehr machen können, sind zwar gute NSCs, aber sehr beschränkende, kurzlebige und schwache SCs!

Zum Abschluss:

Tipps, wie man einen furchteinflößenden Malkavianer spielt:

(Das Original stammt von der offiziellen "Vampire Mailing List" - ich habe es nur (dem Sinn entsprechend) auf Deutsch übersetzt - es faßt im Grunde genommen noch einmal alles oben geschriebene zusammen. Trotzdem ist es sehr empfehlenswert, es zu lesen.)

1, Wenn die Geistesstörung durchbricht, mach keine Späße. Wahnsinnige haben keinen Sinn für Humor.

2, Wirke normal. Die wirklich angsteinfößenden Dinge sind gleichzeitig erschreckend und vertraut.

3, Sei verständnisvoll, hilfsbereit und hilf, Probleme zu lösen. Sie werden es nicht von einem Malkavianer erwarten und es wird sie sehr verstören, wenn du Recht hast.

4, Lies ein paar Bücher über Psychologie.

5, Lies ein paar Bücher über "forensic profilling" (Arbeitsmethode eines "Profilers", der Serienmörder jagt und sie dadurch, dass er sich in ihren Geist hineinversetzt, zu stellen versucht.)

6, Lies "Roter Drache", "Das Schweigen der Lämmer" und "Hannibal".

7, Sei ruhig, wenn du auf Bedrohungen von außen triffst. Von Zeit zu Zeit kann Wahnsinn stark machen.

8, Lege die Samen des Wahnsinns und des Chaos, wo auch immer du hin gehst. Sei das Auge des Sturms.

9, Sprich mit ruhigem Ton und lass deinem Wahnsinn niemals offen freien Lauf. Sei normal, auch wenn du an den seltsamsten Orten gesehen wirst.

10, Zeige niemals auf dich selber und sage "Ich bin Malkavianer". Das heißt ungefähr soviel wie: "Nehmt mich nicht ernst".

11, Augenkontakt! Lass es jeden mit Dominate bereuen, der in deinen Geist eingedrungen ist.

12, Spiel erst auf deiner Geige, wenn Rom wirklich gut und anständig brennt.

13, Einige Geistesstörungen sind spielbarer als andere, wähle deine mit Bedacht.

14, Wähle dir etwas aus, das dich so über den Rand kippen läßt, dass du bereit bist zu töten. Wähle etwas einfaches, aber nicht alltägliches. Wenn du fast immer ruhig und normal aussiehst, wird es die anderen umso mehr schockieren, wenn du wirklich ausrastest. Malkavianer, die zu oft ausflippen, werden normalerweise aus dem Spiel ausgeschlossen.

Rembrandt Offline

Administrator


Beiträge: 108

10.05.2005 12:10
#5 RE:Beitrag der Domäne Kufstein Antworten

Hier noch ein Link zu unserer Homepage, auf der ja auch eine Reihe von Geistesstörungen abgehandelt werden:

http://www.domaene-koeln.de/Einfuehrung/Wahnsinn.htm

Corn Offline

Neonat


Beiträge: 64

10.05.2005 22:42
#6 RE:Beitrag der Domäne Kufstein Antworten

eine Sache sollte man unbedingt bedenken und auch entsprechend berücksichtigen:
Der Wahnsinn der Malkavianer ist übernatürlich!!! Er ist untrennbar mit dem Fluch des Vampirismus und damit mit der Vitae verbunden. Im Gegensatz zu normalen Geistesstörungen lassen sich diese niemals heilen und auch nur mit übernatürlichen Mitteln und das nur zeitweilig behandeln. Es gibt also keine Hoffnung auf Genesung. Und die Position der Malkavianer ist anders, als die von sterblichen Psychopathen, denn als Malkavianer gehört man zu einer Gruppierung, die weiß, daß sie von anderen für wahnsinnig gehalten wird. Dies schafft eine ganz verschiedene Ausgangsposition, denn man ist gezwungen, sich zumindest mit der Möglichkeit auseinanderzusetzen.
Manche werden es einfacher finden, zuzugeben (auch, wenn sie selbst es nicht glauben), daß sie verrückt sind, um sich die ewigen Streitgespräche zu sparen, manche werden vielleicht sogar eine klischeehafte Macke vortäuschen, um das Augenmerk von seiner viel krasseren, aber subtlieren Störung abzulenken. Andere werden wahrscheinlich ungehalten, wenn man sie wie einen geistig Behinderten, völlig unzurechnungsfähigen Deppen behandelt und streiten eine Geistesstörung rund heraus ab.
Man sollte aber auch darauf achten, das, was Markus erläutert hat, nicht ins Klischee oder zumindest Vorhersagbare abgleiten zu lassen, denn genauso, wie Malks nicht niedlich oder albern sind, sind alle von ihnen gefährliche, oberflächlich ruhige, brütende Irre, der VErschwörungs- und Mordpläne schmiedet oder den man zuverlässig mit irgend einem Wort wie Bombe zünden kann. Ich habe schon mal mit einem Malk gespielt (am Tisch), der Katalepsie hatte, also eine Art Starrsucht: mitten im Gespräch versteifte sich sein Körper, er verdrehte die Augen, fiel hin und blieb liegen, manchmal stundenlang und stocksteif. Das war sehr befremdlich und kraß, hatte aber keine tiefere Bedeutung - es war eben eine pathopsychologische Ausprägung seines gestörten Geistes. Auch so was geht...
Fazit: bei der Vermeidung von Klischees nicht in ebensolche abgleiten!

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